Herausforderung Extremereignisse

Hochwasser in Schärding, Oberösterreich, Juni 2013

Bild: © Land OÖ/ Silber

Extremereignisse alpiner Naturgefahren sind oft schwer vorhersehbar. Eine entsprechende Vorbereitung auf Ereignisse extremen Ausmaßes ist daher schwierig, sodass Naturgefahren leicht zu Naturkatastrophen werden können. Die Erarbeitung und Umsetzung diesbezüglicher Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen stellt oftmals große Herausforderungen für die betroffenen Akteure dar. Jedoch gewinnt die Planung für Extremereignisse in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Klimamodelle deuten auf eine zukünftige Zunahme an Extremereignissen hin. Jedoch haben neben klimatischen Änderungen auch sozioökonomische Veränderungsprozesse, wie etwa der Wandel von Siedlungsstrukturen, Landnutzung und die Wirkung von Schutzbauwerken, Einfluss auf die tatsächlichen Auswirkungen von Extremereignissen.

Solide, verständliche und leicht zugängliche Fachinformationen sind daher wertvolle Werkzeuge für Entscheidungsträger, um geeignete Planungsmaßnahmen in einer sich ständig wandelnden Welt zu erarbeiten. Die wichtige Rolle einer objektiven und faktenbasierten Einschätzung der tatsächlichen Veränderungen extremer Naturgefahrenereignisse als Basis für die Anpassung der Strategien für den Umgang mit Extremereignissen und deren Risiken wurde unlängst auch beim 4. Risiko Policy Dialog am 1. Dezember 2017 in Wien betont.

Das Projekt

Um aktuelles Wissen über die Entwicklung und Tendenzen von Extremereignissen durch alpine Naturgefahren verschiedenster Art, unter Berücksichtigung des klimatischen und gesellschaftlichen Wandels in Österreich, vorliegen zu haben, wurde durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus in Kooperation mit der Arbeitsgruppe ENGAGE – Geomorphologische Systeme und Risikoforschung des Instituts für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien das Projekt "ExtremA 2018" lanciert.

Das Ziel

Mure in Afritz, Kärnten, August 2016

Bild: © WLV

Ziel des Projekts ist es, den aktuell verfügbaren Stand des Wissens über das Auftreten von Extremereignissen alpiner Naturgefahren sowie deren Ursachen, auslösende Prozesse und Folgen in Österreich in Form eines wissenschaftlich fundierten, leicht verständlichen Berichts zusammenzufassen. In Zusammenarbeit mit ausgewiesenen nationalen und internationalen Experten wird der aktuelle Stand zu meteorologischen Gefahren, hydrologischen Gefahren, Gefahren durch gravitative Massenbewegungen und deren Wechselwirkungen sowie gesellschaftsrelevante Aspekte von Extremereignissen, wie Landnutzung, Vulnerabilität und ökonomische Dimensionen, aufgearbeitet. Dieser Bericht soll Entscheidungsträgern als wertvolle Informationsquelle dienen und als solche den fachpolitischen Diskurs hinsichtlich des Umgangs mit Naturgefahren im österreichischen Alpenraum unterstützen.

Der Bericht

Um dieses Wissen über Extremereignisse alpiner Naturgefahren in Österreich einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, wird der Bericht Ende 2018 über das Open Access Modell der Vienna University Press in gebundener Ausgabe sowie online als digitale Version zum allgemeinen Download veröffentlicht werden.

Gliederung und beitragende Experten sind auf der Seite Themen gelistet.